Sensomotorisches+Lernen

2. KlangSteinTherapie als sensomotorisches Lernen mit akustischer und haptischer Rückkoppelung



Eine weitere physiologische Wirkung entsteht aus dem Zusammenspiel von Bewegungen des Klangsteinspielenden mit den selbst erzeugten Klängen. In der Gleichmäßigkeit und Harmonie der Klänge spiegelt sich die angestrebte Gleichmäßigkeit der Bewegungen wieder. Intakte Motorik als Therapieziel ist gekennzeichnet durch Gleichmäßigkeit. Unsere lebensnotwendigen Körpersysteme wie Herzschlag, Atmung, und Gehen sind gekennzeichnet durch Gleichmäßigkeit von Schwingungen. Im Bereich der Willkürmotorik ist Gleichmäßigkeit ein universelles Qualitätskriterium intakter Bewegungen. Gehen, Atmen, Kauen, sich kratzen sind zyklische Vorgänge, deren In“takt“heit an der Gleichmäßigkeit abgelesen werden kann. Üben der Gleichmäßigkeit ist das Kernelement von motorischem Lernen, das hier unterstützt wird durch unmittelbare Rückmeldungen des Hörens und Fühlens. Der Klangsteinspielende hört und fühlt, wie gleichmäßig er sich bewegt. Auch dies ist ein lernpsychologisch gut untersuchtes und vielfach therapeutisch und allgemein kulturell eingesetztes Prinzip.
Die bessere zeitliche Auflösung des akustischen Sinneskanals  prädestiniert das Hören zum unterstützenden Feedback von Bewegungen. Die klassische Weise, wie Musik zur Förderung und Aufrechterhaltung von Bewegungen eingesetzt wird, ist natürlich der Tanz, aber auch die Marschmusik im soldatischen Drill. Hier erzeugt der Tanz der Hände auf dem Stein die Musik als direkte sensorische Rückmeldung. Dies bezieht sich sowohl auf die Geschwindigkeit der Bewegungen, aber auch auf ihren Spannungszustand (Muskeltonus). Der Stein meldet durch seinen Klang, wie er berührt wird. Das therapeutisch gewünschte „Lockern“ verspannter Muskulatur findet hier eine Unterstützung. Hände und Arme sind dabei Teile des Rumpfes, der einbezogen wird in die Bewegungen am und auf dem Stein.