Meditation

4. KlangSteinSpiel als Meditation und Weg zur Entspannung



Klänge und Musik dienen seit Urzeiten zur Fokussierung der sinnlichen Erfahrung, zur Entspannung, zur Beruhigung. Wir lassen uns auf Musik und Klänge ein, um uns loslassen zu können. Dabei wird auf das musikalische Prinzip der repetitio zurückgegriffen: die lang anhaltende Wiederholung des Gleichen. Beispiele sind Wiegenlieder, der Gregorianische Gesang, das ewige Jesusgebet des russischen Pilgers, das Om der buddhistischen Mönche, das Hare Krishna, der Rosenkranz, indische Musik, Sufimusik, Tänze der Naturvölker, und vieles mehr.
Die Wiederholung führt zur inneren Ruhe, zu Selbstvergessenheit, Loslassen, aber auch zur Ekstase.
Auch im Naturerleben suchen wir Entspannung in der Wiederholung des Gleichen, im Hören und im Sehen: im Meeresrauschen, im Knistern des Feuers, im Wogen eines Ährenfeldes, im Prasseln des Regens.  Wir entsprechen dabei physiologischen Gesetzmäßigkeiten unseres Gehirns und besonders der Wahrnehmungssysteme, die nicht ohne „Stoff“ sein können, durch grundsätzlich Neues aber stark erregt werden (Differentialfühler!). Hier bietet das Klangsteinspiel ein ideales Medium: gleichmäßig genug, um zu beruhigen, abwechslungsreich genug, um ein bestimmtes Anregungsniveau zu halten. Die langsamen, selbst erzeugten Klänge sind Bewegung und Wahrnehmung zugleich, Fokussieren die Aufmerksamkeit, lassen Raum und Zeit vergessen, führen zur Selbstvergessenheit. Bei vielen Menschen kann man diesen
besonderen Zugang zur „Selbstvergessenheit“ am KlangStein beobachten.

KlangSteinSpiel und  KlangSteinTherapie haben also eine künstlerische, d.h. ästhetisch-perzeptive und eine physikalisch-physiologische Seite.

Die psychische Wirkung der Musik wird zuerst einmal akustisch vermittelt und ist in ihrer therapeutischen Dimension Alltagserfahrung und etabliertes therapeutisches Konzept. Musik bewegt die Seele, zur Freude, Anregung, Ablenkung, auch zur „süßen Trauer“. Musik kann diesen besonderen Zustand des „Thrill“ erzeugen, wenn etwas „unter die Haut“ geht, sich die Haare sträuben, ein „Schauer über den Rücken läuft“. Diese besonderen Zustände werden immer wieder von Menschen berichtet, die der Musik der Steine begegnen.

Musikalische Wahrnehmung und musikalische Gestaltung der KlangSteine weisen eine Reihe von Besonderheiten auf, die sehr günstig für den therapeutischen Einsatz sind. Das Hörerlebnis ist grundsätzlich neu und anders im Vergleich zu den kulturell in Europa etablierten musikalischen Traditionen. Dass keine individuellen Vor-Erfahrungen vorliegen, bedeutet eine geringe Wahrscheinlichkeit negativer Assoziationen. Keine präjudizierenden negativen Wertungen, kein „Ich kann das nicht! Ich hab das nie gekonnt“. Kein Auftauchen negativer Erfahrungen aus traditionellem Musikunterricht, kein entmutigender, das Selbstgefühl mindernder Vergleich mit unerreichbarer Virtuosität.

Die besondere musiktherapeutische Qualität des Klangsteinspielens ergibt sich auch aus dem niedrigschwelligen motorischen Zugang zum Klangsteinspielen, das auf langsame Alltagsbewegungen zugreift, die auch bei vielen motorischen Störungen noch verfügbar sind.